Durchflussmessung nach hydraulischer Methode

Der Durchfluss wird bei der hydraulischen Methode aus der Messung einer Größe (Wasserstand) unter Verwendung einer bekannten Beziehung zwischen Messwert und Durchfluss bestimmt.
Zu diesem Verfahren der Durchflussmessung gehören alle Arten von Venturikanälen und Messwehren.
Venturikanäle werden entweder in Ortbetonweise oder als komplette Fertigbauteile bzw. Halbschalen in offene Gerinne eingebaut.
Messwehre werden meist nach Maß gefertigt und ebenfalls in offenen Gerinnen eingesetzt.
Der Zusammenhang von gemessenem Wasserstand und zu berechnendem Durchfluss wird entweder vom Hersteller angegeben oder muss individuell berechnet werden. Von besonderer Bedeutung bei allen hydraulischen Verfahren ist der Nachweis der Rückstaufreiheit im gesamten Messbereich.
Wird die Messstelle durch einen zu hohen Unterwasserstand oder gar Rückstau beeinträchtigt, werden deutlich zu hohe Durchflussmesswerte registriert.

  1. Durchflussmessung mittels Venturi
  2. Durch die Bauform der Venturimessrinne wird der Kanalquerschnitt so eingeengt, dass ein Fließwechsel vom Strömen zum Schießen eintritt. Da somit der Oberwasserspiegel vom Unterwasser unabhängig ist, kann durch Messen des Oberwassers und durch die bekannte h/Q-Funktion der Messrinne der Durchfluss bestimmt werden.
    Anwendung findet dieses Verfahren in kleinen Kläranlagen sowie in mobiler Form als Durchflussmesssystem zur Erfassung von kleinen Mengen (z.B. Fremdwassermessung).

  3. Durchflussmessung mittels Messwehr
  4. Zur Messung des Abflusses über ein Wehr wird die Höhe des vollkommenen (freien), nicht vom Unterwasser rückgestauten Überfalls herangezogen.
    Aus der Überfallhöhe und der Wehrgeometrie, die durch Wehrform und Öffnungswinkel gegeben ist, sowie der Anströmung lässt sich der Überfall bzw. der Abschlag nach der Poleni-Formel berechnen.
    Durch die Durchflussmessung mittels Messwehr können sehr genaue Messergebnisse bei geringen Abflüssen (Deponiesickerwasser, Fremdwasser) erzielt werden.




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